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Ausgewählter Nerdkram von Informatikstudenten der Uni Ulm

Barrier points in Node.js

Node.js ist ein serverseitiges, hochskalierbares Framework für die Entwicklung von asynchronen Netzwerkanwendungen in JavaScript. Aufgrund der Asynchronität ist das Framework in der Lage, tausende Verbindung gleichzeitig offen zu halten und zu verarbeiten. Ein wesentliches Merkmal hier von ist, dass ausschließlich mit Callbacks gearbeitet wird, um auf Beendigungen von Operationen zu reagieren.

Im Normalfall führt das zu einem Chaining von Callback. Im folgenden Beispiel sollen zwei Dateien geöffnet werden und ihr kompletter Inhalt zurückgegeben werden:

var size = 0;

fs.readFile('/home/benjamin/file1', function(err, data)
{
	if (!err)
	{
		// first file read
		size += data.length;
		fs.readFile('/home/benjamin/file2', function(err, data)
		{
			if (!err)
			{
				// second file read
				size += data.length;
				fs.writeFile('/home/benjamin/size', size, function(err)
				{
					if (!err)
					{
							// both file read and content written to file
							sys.log('done');
						}
					});
			}
		});
	}
});

Das Problem hierbei ist, dass zwei Aktionen, die eigentlich parallel ablaufen könnten, nämlich das lesen beider Dateien, nacheinander ablaufen müssen. Für einen parallelen Ablauf ist eine zusätzliche Koordination notwendig, da die Resultate beider Aufrufe in Verbindung stehen. Hierfür habe ich mich an den CyclicBarrier Klassen von Java orientiert und eine einfache Klasse für die Koordination von asynchronen Callbacks geschrieben. Eine Barriere wird erzeugt unter Angabe der Anzahl von teilnehmenden Parties. Desweiteren können optional ein Callback für die Beendigung sowie ein optionaler Callback im Abbruchsfall registriert werden. Anschließend können die einzelnen Aufgaben der Parties angestoßen werden. Im Erfolgsfall müssen diese an der Barriere mit submit() anzeigen, dass sie beendet sind. Durch abort() kann auch ebenfalls ein Abbruch signalisiert werden. Eine Propagation der Ergebnisdaten lässt am besten durch eine externe Variable realisieren, auf den die Funktionen ebenfalls Zugriff haben.

Der Code des Beispielszenarios ändert sich dann wie folgt:

var size = 0;

var b = new Barrier(2, function()
{
	//Success callback
	fs.writeFile('/home/benjamin/size', size, function(err)
	{
		sys.log('done');
	});
}, function()
{
	//Aborted callback
	sys.log("aborted");
});

fs.readFile('/home/benjamin/file1', function(err, data)
{
	if (err)
	{
		b.abort();
	}
	else
	{
		size += data.length;
		b.submit();
	}
});

fs.readFile('/home/benjamin/file2', function(err, data)
{
	if (err)
	{
		b.abort();
	}
	else
	{
		size += data.length;
		b.submit();
	}
});

Wie im Vergleich zu erkennen ist, lässt sich die Ausführung deutlich beschleunigen. Ein paar Rahmenbedingungen gibt es jedoch. Zunächst dürfen die Teilaufgaben keine Abhängigkeiten untereinander besitzen. Dann darf ein Abbruch einer Teilaufgabe keine Auswirkung auf noch laufende Teilaufgaben besitzen, dessen Ergebnis später verworfen wird. Schließlich muss bei der Programmierung darauf geachtet werden, dass in jedem Fall eine Teilaufgabe mit submit() oder abort() terminiert, da ansonsten ein Lock entsteht.

Die Klasse ist relativ einfach:

/**
 * @class
 *
 * Creates a new barrier for the given amount of parties.
 * @param parties
 * @param barrierCallback
 * @param abortCallback
 * @return
 */
var Barrier =  function(parties, barrierCallback, abortCallback)
{
	this.parties = parties;
	this.barrierCallback = barrierCallback;
	this.abortCallback = abortCallback;

	this.running = true;
	this.count = 0;
};

/**
 * Signals a completion of one of the parties.
 * @return
 */
Barrier.prototype.submit = function()
{
	if (++this.count === this.parties && this.running)
	{
		this.barrierCallback();
	}
};

/**
 * Signals an abort by one of the parties. If not callback is passed, the default abort callback will be executed.
 * @param customAbortCallback Optional callback that should be executed due to the abort.
 * @return
 */
Barrier.prototype.abort = function(customAbortCallback)
{
	if (this.running && customAbortCallback)
	{
		customAbortCallback();
	}
	else if (this.running && this.abortCallback)
	{
		this.abortCallback();
	}
	this.running = false;
};

Klasse auf github: http://gist.github.com/464179

Zustandsautomat in Java mithilfe des State Patterns

Automaten sind nicht nur in der theoretischen Informatik ein wichtiges Werkzeug im Bereich der formalen Sprachen zur Überprüfung von Sprachzugehörigkeiten. Eine davon abgeleitete Anwendung ist die Mustererkennung in Zeichenketten mithilfe regulärer Ausdrücke. Aber auch viele Protokolle verteilter Systeme (z.B. TCP) greifen das Konzept von Zustandsautomaten auf, um abhängig von verschiedenen internen Zuständen auf Ereignisse differenziert zu reagieren. Natürlich müssen diese Zustandsautomaten bei der Implementierung von Protokollen auch in Software abgebildet werden. In diesem Artikel möchte ich anhand eines einfachen DFAs aufzeigen, wie solche Zustandsautomaten unter Anwendung des State Patterns in Java realisierbar sind.

In diesem Beispiel soll ein DFA konstruiert werden, der aus allen möglichen Zeichenfolgen bestehend aus Einsen und Nullen genau diejenigen akzeptiert, in denen die Teilworte 01 und 10 gleich oft vorkommen. Der nebenstehende Graph verdeutlicht die Funktionsweise des Automaten. Neben dem Startzustand (S) gibt es zwei gültige Endzustände (A,X) mit gleicher Anzahl von Vorkommen, sowie zwei Zustände (B,Y) die keinen gültigen Endzustand darstellen.

Möchte man nun eine solche Konstruktion implementieren, so muss man Zustände, Übergänge und gültige Kombinationen abbilden. Das State Pattern der GoF als Verhaltensmuster bietet sich bei objektorientierten Sprachen an, da es übersichtlicher, sauberer und erweiterbarer ist als Kaskaden von If-Abfragen oder Switch-Statements-Konstrukten. Die Grundidee hierbei ist, Zustände mit zugehörigen Übergängen in eigene Objekte auszulagern und dem zustandsbehafteten Objekt die entsprechende Referenz auf seinen aktuellen Zustand zu übergeben. Änderungen delegiert dieses zustandsbehaftete Objekt dann an sein aktuelles Zustandsobjekt, welches eventuell nach dem Übergang ersetzt wird. In Java bietet es sich an, die Zustände als Enum-Instanzen zu realisieren und diese ein Interface implementieren zu lassen, welches die Übergange definiert. Zusätzlich lassen sich die Zustände, also Enum-Instanzen, darauf hin abfragen, ob sie einen gülitgen finalen Zustand darstellen.
Die Automaton-Klasse stellt nun das eigentliche Objekt dar, was zustandsbehaftet ist, jedoch mit ausgelagerter Behandlung der Zustände:

Transitions.java – Auflistung der Übergänge als Interface

/**
 * Interface listing possible transitions to be implemented by states
 */
public interface Transitions
{
	public void readZero(Automaton a);

	public void readOne(Automaton a);
}

State.java – Zustände als Enum-Typen

/**
 * Enum type for states
 */
public enum State implements Transitions
{
	/**
	 * Initial State - S
	 */
	S
	{
		@Override
		public void readOne(Automaton a)
		{
			a.setState(X);
		}

		@Override
		public void readZero(Automaton a)
		{
			a.setState(A);
		}

		@Override
		public boolean isFinal()
		{
			return true;
		}
	},

	/**
	 * Final State - A
	 */
	A
	{
		@Override
		public void readOne(Automaton a)
		{
			a.setState(B);
		}

		@Override
		public void readZero(Automaton a)
		{
			a.setState(A);
		}

		@Override
		public boolean isFinal()
		{
			return true;
		}
	},

	/**
	 * State -B
	 */
	B
	{
		@Override
		public void readOne(Automaton a)
		{
			a.setState(B);
		}

		@Override
		public void readZero(Automaton a)
		{
			a.setState(A);
		}

		@Override
		public boolean isFinal()
		{
			return false;
		}
	},

	/**
	 * Final State - X
	 */
	X
	{
		@Override
		public void readOne(Automaton a)
		{
			a.setState(X);
		}

		@Override
		public void readZero(Automaton a)
		{
			a.setState(Y);
		}

		@Override
		public boolean isFinal()
		{
			return true;
		}
	},

	/**
	 * State -Y
	 */
	Y
	{
		@Override
		public void readOne(Automaton a)
		{
			a.setState(X);
		}

		@Override
		public void readZero(Automaton a)
		{
			a.setState(Y);
		}

		@Override
		public boolean isFinal()
		{
			return false;
		}
	};

	/**
	 * Is state final?
	 * @return true if final
	 */
	abstract public boolean isFinal();
}

Automaton.java – Das zustandsbehaftete Objekt inklusive Test in der Main-Methode.

/**
 * Automaton class
 */
public class Automaton
{
	//Initial state
	private State state = State.S;

	public void setState(State s)
	{
		this.state = s;
	}

	public void readZero()
	{
		//Delegate...
		state.readZero(this);
	}

	public void readOne()
	{
		//Delegate...
		state.readOne(this);
	}

	public boolean isInFinalState()
	{
		//Delegate...
		return state.isFinal();
	}

	public static void main(String[] args)
	{
		Automaton a = new Automaton();
		String s1 = "11010101";
		for (char c : s1.toCharArray())
		{
			switch (c)
			{
				case '1':
					a.readOne();
					break;
				case '0':
					a.readZero();
					break;
			}
		}
		System.out.println(a.isInFinalState()); //true...
	}
}


Dieses Beispielprogramm mit einem DFA habe ich zum leichteren Verständis gewählt, natürlich lassen sich mit diesem Pattern weit aus komplexere Abläufe modellieren. So könnte der Automat zum Beispiel ein Buch-Objekt einer Bücherei sein und die Übergänge Aktionen wie das Ausleihen, Verlängeren oder Zurückgeben des Buches. Die Zustände als Enum-Typen würden dann auch mehr Geschäftslogik enthalten als das bloße Verändern das Zustands wie hier in diesem Beispiel.

Originalartikel: Zustandsautomat in Java mithilfe des State Patterns

Das Singleton-Pattern in Java

Das Singleton-Pattern ist ein Erzeugungsmuster aus dem Klassiker Design Patterns der Gang of Four. Es beschreibt, wie man von einer Klasse gezielt nur eine einzige Instanz erzeugt und darauf einen einfachen Zugriff möglich ist. Typische Einsatzzwecke des Patterns sind zum Beispiel Logger, die von überall im Programm Ereignisse protokollieren sollen oder Manager-Klassen, wie dem Toolkit.getDefaultToolkit(), das bei java.awt eine betriebssystemspezifische Instanz zurückgibt. Das Pattern ist nicht ganz unumstritten, da es Ähnlichkeiten mit unliebsamen globalen Variablen aufweist und außerdem die Testbarkeit von Klassen erschwert, doch hierum soll es an dieser Stelle nicht gehen, sondern viel mehr darum, wie man dieses Pattern in Java implementiert.
Zunächst muss man sicherstellen, dass von der Klasse keine neuen Instanzen erzeugt werden können. Hierfür setzt man die Sichbarkeit des Konstruktors auf private. Die einzige Instanz wird über eine statische Factory-Methode übergeben. Nun gibt es zwei mögliche Zeitpunkte, die Singleton-Instanz zu erzeugen. Entweder beim ersten Aufruf der Factory-Methode (lazy creation), oder aber bereits bei der nitialisierung der Klasse (eager creation). Beide Varianten haben aber zunächst einen kleinen Nachteil.
Die lazy creation ist interessant, weil sie das Objekt wirklich erst dann erstellt, wenn es benötigt wird. Allerdings muss bei der Erstellung der Objektes sichergestellt werden, dass wirklich nur eine Instanz erzeugt wird. Versuchen zeitgleich mehrere Threads, die Instanz zu erzeugen, kann es zu mehreren Instanziierungen kommen. Hier gibt es nun zwei Lösungsansätze: Entweder wird die statische Factory-Methode als synchronized gesetzt, wodurch dann immer nur ein Thread dedizierten Zugriff auf die Instanz hat, was alle anderen Threads blockiert und somit sehr ineffizient ist bei längeren Zugriffen auf die Instanz.

//Explizit synchronisierte lazy declaration Variante - ineffizient!
public class MyClass
{
	/** Feld für Singleton-Instanz */
	private static MyClass instance;

	/**
	 * Privater Konstruktor verhindert externe Instanzierung
	 */
	private MyClass()
	{

	}

	/**
	 * Statische, synchronisierte Factory-Methode
	 * @return Singleton-Instanz
	 */
	public synchronized static MyClass getInstance()
	{
		if (instance == null)
		{
			instance = new MyClass();
		}
		return instance;
	}

}

Eine Alternative wäre das double-checked locking, was allerdings in Java durch das Speichermodell nicht sicher ist und dringend vermieden werden sollte.

Empfehlerswerter bei Java ist also die eager creation, die zum Beispiel so aussehen könnte:

//einfache eager creation Variante - evenutell unnoetige Instanziierung!
public class MyClass
{
	/** Feld für Singleton-Instanz */
	private static final MyClass instance = new MyClass();

	/**
	 * Privater Konstruktor verhindert externe Instanzierung
	 */
	private MyClass()
	{

	}

	/**
	 * Statische Factory-Methode
	 * @return Singleton-Instanz
	 */
	public static MyClass getInstance()
	{
		return instance;
	}
}

Durch einen kleinen Trick kann man verhindern, dass die Instanz schon beim Laden der Klasse erzeugt wird. Hierfür wird eine innere, statische Holder-Klasse geschrieben, die die Instanz kapselt. Diese Varinate ist außerdem implizit threadsicher und deswegen empfehlenswert:

//elegante eager creation Variante - implizite Threadsicherheit
public class MyClass
{
	/**
	 * Privater Konstruktor verhindert externe Instanzierung
	 */
	private MyClass()
	{

	}

	/**
	 * Innere statische Holder-Klasse
	 */
	private static class Holder
	{
		/** Gekapselte Instanz */
		private static final MyClass INSTANCE = new MyClass();
	}

	/*
	 * Statische Factory-Methode
	 * @return Singleton-Instanz
	 */
	public static MyClass getInstance()
	{
		return Holder.INSTANCE;
	}
}

Seit Java 5 besteht noch eine alternative Variante, die sich die Eigenschaften des Enum-Konstruktes zu eigen macht. Anders als bei C/C++ besitzen die Enum-Typen bei Java objektähnliche Eigenschaften. Somit lässt sich ein Enum als Singleton-Klasse missbrauchen. Dadurch verliert man zwar die Möglichkeit, davon weitere Klassen abzuleiten, dafür ist die Singleton-Instanz direkt serialisierbar.

//Variante mit Enum ab Java 5
public enum MyClass
{
	/** Singleton-Instanz als Enum-Typ */
	INSTANCE;

	/**
	 * Konstruktor
	 */
	MyClass()
	{

	}
}

Originalartikel: Das Singleton-Pattern in Java

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Benjamin Erb studiert seit 2006 Medieninformatik und interessiert sich insbesondere für Java, Web-Technologien, Ubiquitous Computing, Cloud Computing, verteilte Systeme und Informationsdesign.


Raimar Wagner studiert seit 2005 Informatik mit Anwendungsfach Medizin und interessiert sich für C++ stl, boost & Qt Programmierung, Scientific Visualization, Computer Vision und parallele Rechenkonzepte.


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Fabian Groh studiert seit 2006 Medieninformatik. Seine Interessengebiete sind Computer Graphics, Computer Vision, Computational Photography sowie Ubiquitos Computing.

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